Die durchsichtige Hornhaut schließt das Auge wie ein Uhrglas nach vorne ab. Sie ist aus fünf Schichten aufgebaut, im gesunden Zustand ist sie gleichmäßig gekrümmt und klar. Das Licht fällt durch sie ins Auge. Zusammen mit der Augenlinse ist die Hornhaut dafür verantwortlich, dass alles, was wir sehen, scharf auf der Netzhaut abgebildet wird.

Ein Keratokonus (krankhafte Instabilität), vererbte Erkrankungen (Dystrophien), Infektionen, Verletzungen oder Verätzungen können zu einer Trübung und Irreguläritat der Hornhaut führen und das Sehvermögen herabsetzen.

Wenn eine konservative Therapie (alle Behandlungsmöglichkeiten außer einer Operation) bei einer Hornhauterkrankung nicht mehr ausreicht, um ein ausreichendes Sehvermögen zu erzielen, werden operative Maßnahmen in Betracht gezogen.

Wir führen unter anderem folgende hornhautchirurgischen Verfahren durch:

Hornhauttransplantation, perforierend oder lamellär

Die Hornhauttransplantation ist die älteste und erfolgreichste Form einer Gewebetransplantation. Sie ist die letzte Behandlungsoption bei einigen Erkrankungen, z.B. einem fortgeschrittenen Keratokonus oder einer Erkrankung des Hornhautendothels.

Perforierende Keratoplastik
Noch bis vor wenigen Jahren wurde immer die Hornhaut des Auges mit all ihren Gewebeschichten entfernt und gegen eine Spenderhornhaut ausgetauscht, eine sogenannte „perforierende (durchgreifende) Keratoplastik“. Heute ist dieses Verfahren schweren Fällen vorbehalten, bei denen alle Hornhautschichten erkrankt sind. Die Operation erfolgt immer stationär in Vollnarkose, die Nachbehandlung dauert bis zu eineinhalb Jahren.

Lamelläre Keratoplastik
Moderne Verfahren der Hornhauttransplantation beschränken sich darauf, die erkrankten Schicht (Lamelle) auszutauschen und werden daher lamelläre Hornhauttransplantation genannt. Sie sind für Patienten sehr viel schonender, das Abstoßungsrisiko ist geringer und die Heilungsphase ist deutlich kürzer.
Bei 40 Prozent der Patienten, die eine Hornhauttransplantation benötigen, liegt eine Erkrankung der Hornhautrückfläche, des Hornhautendothels, vor. Bei diesen Patienten kann eine selektive Transplantation der innersten Schichten (Endothel mit Descemet Membran) erfolgen. Das modernste dieser Verfahren nennt sich „Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty“ (DMEK) und wird bei uns ebenfalls seit Jahren erfolgreich durchgeführt. Nach einer solchen, ebenfalls stationären Operation, kann der Patient zumeist schon nach wenigen Wochen oder Monaten wieder gut sehen.

Die Vorteile der lamellären Keratoplastik (DMEK)

  • Selektive Transplantation der erkrankten Hornhautschicht(en)
  • Schonender und nahtlos
  • Schnellere Erholung
  • Schnelle und langfristig bessere Sehschärfe
  • Reduziertes Abstoßungsrisiko

PTK (Phototherapeutische Keratektomie)

Das Epithel, die oberflächlichste Hornhautschicht, wird häufig bei Bagatell-Verletzungen zB durch Fingernägel, Pflanzen etc geschädigt (Hornhaut-Erosio), im Verlauf kommt es dann manchmal zu Heilungsstörungen (rezidivierende Erosio). Das Epithel kann aber auch genetische Schwächen aufweisen (Epitheldystrophie), die zu einer rezidivierenden Erosio prädisponieren oder zu störenden Trübungen/Unregelmässigkeiten führen.
In ausgewählten Fällen kann dann eine Glättung der Hornhaut mit dem Excimer Laser therapeutisch sinnvoll sein. Diese Behandlung erfolgt ambulant in Tropfbetäubung.

PTERYGIUM (Flügelfell) Operation

Das Pterygium ist eine degenerative Erkankung, bei der es zum Überwachsen der gefässführenden Bindehaut auf die normalerweise klare Hornhaut kommt, typischerweise von der Nasenseite her. Unbehandelt kommt es bei einem fortschreitenden Wachstum dann zu einer Unregelmäßigkeit der zentralen Hornhaut mit Sehstörungen bis hin zur Verlegung der Sehachse. Es ist daher sinnvoll, ein Pterygium frühzeitig zu entfernen, bevor es zu einer Sehbeeinträchtigung kommt.
Die Operation erfolgt in einfachen Fällen ambulant in örtlicher Betäubung, in fortgeschrittenen Fällen oder bei Rezidiven stationär, teilweise in Vollnarkose.

Wir sollten uns einfach sehen!

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